Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI. tritt zurück

Mittwoch, 13. Februar 2013:
Kommuniqué des Generalhauses der Priesterbruderschaft St. Petrus

An diesem Aschermittwoch hatte die Priesterbruderschaft St. Petrus die Gelegenheit, ihre tiefe Dankbarkeit gegenüber dem Apostolischen Oberhirten auf persönliche Weise durch einen ihrer Priester, P. Martin Ramm FSSP, auszudrücken, der den Papst im Namen der gesamten Gemeinschaft begrüßen konnte. Unser Mitbruder, der nach der öffentlichen Audienz von Seiner Heiligkeit empfangen wurde, übergab ihm als Zeichen der kindlichen Verehrung und der Dankbarkeit für die Promulgation des Motu Proprio Summorum Pontificum die von der Priesterbruderschaft St. Petrus herausgebrachte Neuauflage des traditionellen römischen Missale.

Mit Demut und Entschlossenheit hat Benedikt XVI. über acht Jahre hin das Schifflein Petri gelenkt, angesichts von Stürmen darauf bedacht, die Seelen in den sicheren Hafen zu leiten. Während er selbst das Vorbild eines tiefinnerlichen Lebens gab, hat er die Aufmerksamkeit der Katholiken neu auf die Fundamente des Glaubens hin ausgerichtet, diese gegen jede Form des Relativismus geschützt und die jüngeren Dokumente des Lehramtes im Licht der Tradition erklärt. Besorgt um die Wiederherstellung des Sakralen, hat er die römische Kirche mit ihrem zweitausendjährigen liturgischen Erbe versöhnt. Als unermüdlicher Apostel der kirchlichen Einheit hat er namentlich ein Gespräch mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. mit dem Ziel einer vollständigen Einigung ins Werk gesetzt. Diese Aufmerksamkeit des Papstes ist uns in besonderer Weise teuer und ruft uns jene Sorge in Erinnerung, die er unserer eigenen Gründung im Jahr 1988 widmete, als er Johannes Paul II. als Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre beistand.

Die englische Originalfassung dieser Mitteilung finden Sie hier.

 

Montag, 11. Februar 2013:

Viele von Ihnen werden wahrscheinlich schon davon gehört haben, dass Papst Benedikt XVI. am 28. Februar 2013 zurücktreten will. Wir sind Papst Benedikt XVI. zu tiefem Dank für viele mutige Schritte zur inneren Erneuerung der Kirche verpflichtet. Deshalb möchte ich Sie, als Mitglieder der Konfraternität St. Petrus, besonders um das Gebet für den Heiligen Vater bitten, und auch für die ganze Kirche. Noch vor Ostern soll das Konklave zur Papstwahl stattfinden. Bitten wir den Hl. Geist inständig, um Seine Gnade und Inspiration, dass die Kardinäle einen guten Nachfolger auf den Stuhl Petri wählen, der ebenso mutig und entschlossen die Kirche führen wird, wie Papst Benedikt XVI. es getan hat.

Im folgenden der Wortlaut der Rücktrittsankündigung von Papst Benedikt XVI., die er bei einem Konsistorium in lateinischer Sprache verlas:

Liebe Mitbrüder!

Ich habe euch zu diesem Konsistorium nicht nur wegen drei Heiligsprechungen zusammengerufen, sondern auch um euch eine Entscheidung von großer Wichtigkeit für das Leben der Kirche mitzuteilen.
Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe, bin ich zur Gewißheit gelangt, daß meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben. Ich bin mir sehr bewußt, daß dieser Dienst wegen seines geistlichen Wesens nicht nur durch Taten und Worte ausgeübt werden darf, sondern nicht weniger durch Leiden und durch Gebet.
Aber die Welt, die sich so schnell verändert, wird heute durch Fragen, die für das Leben des Glaubens von großer Bedeutung sind, hin- und hergeworfen. Um trotzdem das Schifflein Petri zu steuern und das Evangelium zu verkünden, ist sowohl die Kraft des Körpers als auch die Kraft des Geistes notwendig, eine Kraft, die in den vergangenen Monaten in mir derart abgenommen hat, daß ich mein Unvermögen erkennen muß, den mir anvertrauten Dienst weiter gut auszuführen.
Im Bewußtsein des Ernstes dieses Aktes erkläre ich daher mit voller Freiheit, auf das Amt des Bischofs von Rom, des Nachfolgers Petri, das mir durch die Hand der Kardinäle am 19. April 2005 anvertraut wurde, zu verzichten, so daß ab dem 28. Februar 2013, um 20.00 Uhr, der Bischofssitz von Rom, der Stuhl des heiligen Petrus, vakant sein wird und von denen, in deren Zuständigkeit es fällt, das Konklave zur Wahl des neuen Papstes zusammengerufen werden muß.
Liebe Mitbrüder, ich danke euch von ganzem Herzen für alle Liebe und Arbeit, womit ihr mit mir die Last meines Amtes getragen habt, und ich bitte euch um Verzeihung für alle meine Fehler. Nun wollen wir die Heilige Kirche der Sorge des höchsten Hirten, unseres Herrn Jesus Christus, anempfehlen. Und bitten wir seine heilige Mutter Maria, damit sie den Kardinälen bei der Wahl des neuen Papstes mit ihrer mütterlichen Güte beistehe. Was mich selbst betrifft, so möchte ich auch in Zukunft der Heiligen Kirche Gottes mit ganzem Herzen durch ein Leben im Gebet dienen.

Den lateinischen Wortlaut finden Sie hier.